WENN ICH GROß BIN, WERDE ICH…
WAS DENN JETZT?
Vielleicht hat Ihr Kind bereits einen Plan. Der Schulabschluss rückt näher und plötzlich steht die große Frage im Raum: Wie soll es danach weitergehen?
Vielleicht auch nicht. Beides ist völlig normal. Die Orientierungsphase ist wichtig, um Möglichkeiten kennenzulernen, Fragen zu stellen und am Ende eine Entscheidung zu treffen, die sich gut anfühlt.
Als Eltern können Sie Ihr Kind dabei unterstützen, indem Sie ihm bei der Recherche helfen, Ihre eigenen Erfahrungen teilen, sein Selbstbewusstsein stärken und Möglichkeiten aufzeigen, die bisher vielleicht noch nicht in Betracht gezogen wurden. Oft liegt der Fokus automatisch auf Berufen, mit denen man selbst bereits in Berührung gekommen ist. Umso wichtiger ist es, auch Möglichkeiten kennenzulernen, die keine Ähnlichkeit zur eigenen Biografie aufweisen.
Eine solche Möglichkeit ist die Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten, die viele gar nicht direkt auf dem Schirm haben. Auf dieser Seite finden Sie alle wichtigen Informationen zur Ausbildung, zum Bewerbungsprozess und zu den Perspektiven im Beruf.
Steuerfachangestellte sind Fachkräfte mit Zukunft
Was auf den ersten Blick nach reiner Zahlenarbeit klingt, ist in Wirklichkeit ein vielseitiger, krisensicherer und moderner Ausbildungsberuf mit guten Entwicklungsmöglichkeiten. Der Arbeitsalltag ist abwechslungsreich und man lernt schnell Verantwortung zu übernehmen.
In der Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten werden wirtschaftliches Denken, rechtliches Verständnis und der Umgang mit Menschen verbunden. Auszubildende lernen, wie Unternehmen organisiert sind, wie Buchführung funktioniert und wie steuerliche Themen verständlich und zuverlässig bearbeitet werden.
Zu den Aufgaben gehören beispielsweise:
- Steuererklärungen vorbereiten und bearbeiten
- Gehaltsabrechnungen vorbereiten
- Buchführung für Unternehmen
- mit Mandant:innen, Behörden und Versicherungen kommunizieren
- Unterlagen prüfen und Fristen im Blick behalten
Finanziell schnell auf eigenen Beinen
Die Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten bietet eine gute finanzielle Perspektive für den Start ins Berufsleben. Sie gehört seit einigen Jahren zu den besser bezahlten Ausbildungsberufen – auch schon während der Ausbildung.
Auch nach dem Abschluss bleiben die Aussichten positiv: Das Gehalt variiert je nach Bundesland, Kanzlei, Berufserfahrung und Weiterqualifikation, kann sich mit wachsender Erfahrung aber deutlich weiterentwickeln.
Auch karrieretechnisch stehen viele Wege offen, zum Beispiel als Fachassistent:in, Steuerfachwirt:in oder sogar Steuerberater:in. Was viele nicht wissen: Für all diese Weiterbildungsmöglichkeiten ist kein Studium nötig. Mit Erfahrung, Fleiß und einem Händchen für den Beruf stehen alle Türen offen.
Daten von der STBK K.d.ö.R. nicht selbst erhoben. Quelle
STEUERN SIND SYSTEMRELEVANT –
UND BLEIBEN ES AUCH
Viele Eltern fragen sich: Hat dieser Beruf auch in Zukunft Bestand? Die Antwort ist klar: Ja.
Steuern betreffen Unternehmen, Selbstständige und Privatpersonen und sind ein fester Bestandteil unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systems. Gleichzeitig ändern sich Gesetze, Vorgaben und digitale Prozesse laufend. Es braucht also Menschen, die am Ball bleiben, Zusammenhänge verstehen und rechtlich sauber arbeiten.
Denn Steuerberatung ist weit mehr als reine Datenverarbeitung. Es geht darum, Spielräume zu erkennen, individuelle Situationen richtig einzuordnen und für Mandant:innen die bestmögliche Lösung zu finden.
HIER WIRD MIT STEUERN GEARBEITET
Steuerkanzleien
Staat
Unternehmen
Passt der Beruf des Steuerfachangestellten
ZU MEINEM KIND?
Eltern wollen verständlicherweise wissen, ob die Ausbildung zu ihrem Kind passt. Diese fünf Punkte helfen bei der Einordnung:
Der Beruf passt gut zu jungen Menschen, die Interesse an Zahlen, Wirtschaft und rechtlichen Zusammenhängen haben. Wichtig sind außerdem eine sorgfältige und strukturierte Arbeitsweise, Teamfähigkeit, Freude am Umgang mit Menschen und ein sicherer Umgang mit digitalen Anwendungen.
Nicht alles muss von Anfang an perfekt sitzen. Motivation, Lernbereitschaft und echtes Interesse sind die beste Grundlage. Der Rest entwickelt sich mit der Zeit.
Die duale Ausbildung verbindet Praxis in der Kanzlei mit Unterricht in der Berufsschule. Zu den zentralen Themen gehören:
- steuerrechtliche Grundlagen, zum Beispiel Abgabenordnung, Umsatzsteuer und Einkommensteuer
- Rechnungswesen und Buchführung
- Lohn- und Gehaltsabrechnung
- EDV, digitale Arbeitsprozesse und Kommunikation
- betriebswirtschaftliche und rechtliche Grundlagen
- Zusammenarbeit mit Mandant:innen und im Team
Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und ist dual aufgebaut. Das bedeutet, dass Ihr Kind praktische Erfahrung in der Kanzlei sammelt und parallel die Berufsschule besucht.
Nach rund eineinhalb Jahren findet eine Zwischenprüfung statt, am Ende folgt die Abschlussprüfung mit schriftlichem und mündlichem Teil.
Nach der Ausbildung stehen viele Wege offen – bis hin zur Steuerberaterin bzw. zum Steuerberater, auch ohne Studium. Mögliche Weiterbildungen sind beispielsweise:
- Fachassistent:in in verschiedenen Bereichen:
– Digitalisierung und IT-Prozesse
– Land- und Forstwirtschaft
– Lohn und Gehalt
– Rechnungswesen und Controlling - Steuerfachwirt:in
- Steuerberater:in mit entsprechender Berufserfahrung und Abschlussprüfung
Regulär dauert die Ausbildung drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Verkürzung möglich, zum Beispiel mit Abitur oder bereits vorhandener Vorbildung. Auch eine Ausbildung in Teilzeit kann infrage kommen, wenn die persönliche Lebenssituation das erfordert.
DER WEG ZUR BEWERBUNG:
So unterstützen Sie Ihr Kind
Wenn sich Ihr Kind für eine Ausbildung interessiert, ist der nächste Schritt die Bewerbung.
Hier finden Sie alle wichtigen Informationen rund um die Bewerbung zur/zum Steuerfachangestellten. Dazu gehören passende Ausbildungsplätze, wichtige Unterlagen und der Ablauf des Bewerbungsprozesses.
BEWERBUNG AUF EINEN BLICK
- StBK Westfalen-Lippe
- Bundesagentur für Arbeit
- zahltsichausbildung.de
- Regionale Jobbörsen
- Initiativbewerbung direkt bei Kanleien (zeigt Eigeninitiative)
- Anschreiben mit Motivation und Interesse am Beruf
- Tabellarischer Lebenslauf (mit Schulstationen und ggf. Praktika)
- Zeugnisse & Nachweise (z. B. Schulzeugnis, Praktikumsbescheinigung)
Tipp: Alle Unterlagen als PDF-Datei zusammenfassen – wirkt professionell.
- Ausbildungsstart: 1. August
- Hauptbewerbungsphase: September bis November (ein Jahr im Voraus)
- Spätere Bewerbungen sind oft möglich – dranbleiben lohnt sich!
Wichtig für einen guten ersten Eindruck:
- Infos über die Ausbildung und die Kanzlei vorab recherchieren
- Stärken, Schwächen und Ziele kennen
- Gepflegtes Auftreten, Pünktlichkeit und freundliches Auftreten
Ermutige dein Kind, authentisch zu bleiben – Persönlichkeit zählt oft mehr als perfekte Antworten.
- Warum dieser Beruf?
- Was wissen Sie über unsere Kanzlei?
- Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
- Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
- Warum passen Sie gut in unser Team?
- Stellen recherchieren, Bewerbungen gemeinsam prüfen
- Bewerbungsgespräche üben
- Mut machen und emotionaler Rückhalt sein
Dein Engagement macht den Unterschied – für einen erfolgreichen Berufseinstieg deines Kindes.
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